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Das politische Scheingefecht um den BVG-Zins

21.08.2015 11:21

Immer wieder im Herbst geraten sich Politiker unterschiedlicher Couleur in PK-Angelegenheiten in die Haare. Es geht dabei um die Festlegung der im kommenden Jahr geltenden Minimalverzinsung von Pensionskassengeldern. Der Bundesrat stützt sich dabei auf die Empfehlung der BVG-Kommission, zu welcher Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgeber-, Pensionskassen- und Versicherungsverbänden gehören. Die involvierten Parteien nutzen diese Gelegenheit, um sich vor ihrer Klientel in Szene zu setzen.

 

Pragmatische Pensionskassen

Dabei haben Sammelstiftungen und Pensionskassen zusammen mit ihren Kunden und Versicherten längst eine gangbare, flexible Lösung gefunden. Sie nutzen die Tatsache, dass der minimale BVG-Zins nur auf das Obligatorium der beruflichen Vorsorge anzuwenden ist und lassen sodann gute Argumente und den Markt spielen (siehe auch unseren Artikel  hier ). So hat zum Beispiel eine Sammelstiftung, welche die Alterskapitalien über Jahre hinweg tief verzinst, im Markt längerfristig keine Chancen. Entsprechend gross sind die Anreize, den Zins möglichst attraktiv festzulegen, unabhängig von den bundesrätlichen Minimalvorgaben.

 

Die Realität hat die Politik überholt

In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Einführung des BVG 1985 wurde der BVG-Minimalzins noch auf dem gesamten Alterskapital der Versicherten angewendet. Er lag bis 2002 immer bei gleich hohen 4%. Danach folgte eine schrittweise Herabsetzung auf mittlerweile 1.75%, mit einem kurzen Aufbäumen 2008 (Details dazu hier ). Mittlerweile hinken diese Werte der Realität um Jahre hinterher. Heute besteht bei der Wahl des BVG-Zinses eine breite Vielfalt. Pensionskassen und Sammelstiftungen entscheiden aufgrund ihrer eigenen aktuellen Situation individuell über diese Werte und nehmen den BVG-Minimalzins nur noch als Richtschnur. Sie berücksichtigen etwa ihre Struktur, ihre Risikofähigkeit und den Deckungsgrad. Es geht dann um Fragen wie: Haben wir genügend Reserven, um renditeorientierter (also aggressiver) zu investieren, mit dem Ziel einer Verzinsung über dem BVG-Mindestzins? Sind wir bereit, die daraus resultierenden grösseren jährlichen Schwankungen des Deckungsgrades in Kauf zu nehmen?

 

Immer wieder Rentenklau

Eine ähnliche Debatte findet statt, wenn wieder mal der gesetzliche Umwandlungssatz zur Diskussion steht, was in letzter Zeit öfter geschieht. Er wird nicht wie der BVG-Minimalzins jährlich vom Bundesrat fixiert, sondern kann nur über den Gesetzgebungsprozess verändert werden. Zuletzt wurde im Jahr 2010 nach einem Referendum der Gewerkschaften die vom Parlament beschlossene Herabsetzung des Umwandlungssatzes in einer Volksabstimmung abgelehnt. Das BVG schreibt den Umwandlungssatz in Artikel 14 mit aktuellen 6.8 Prozent vor.

Beim Kampf um eine Anpassung wird von der einen Seite auf die höhere Lebenserwartung und die seit Jahren tiefen Zinsen hingewiesen, während die andere Seite, zum Beispiel mit Verweis auf die angeblichen Millionengewinne der Lebensversicherer, bei jedem Herabsetzungsversuch einen Rentenklau wittert. Zu verfolgen sind diese Wortgefechte gerade im Zusammenhang mit der von Bundesrat Berset vorgeschlagenen Altervorsorge-Reform AV 2020. Sie sieht neben anderen Massnahmen eine Reduktion des gesetzlich vorgeschriebenen Umwandlungssatz von 6.8% auf 6.0% vor.

Nur wenige Pensionskassen gewähren ihren Versicherten heute noch den gesetzlichen Umwandlungssatz von 6.8% auf dem gesamten Vorsorgekapital, die meisten liegen darunter. Zuletzt hat die BVK mit einer beträchtlichen Rentenreduktion um 22% zu reden gegeben. Sie hat im Sommer 2015 über eine Senkung des Umwandlungssatzes von 6.2 auf 4.82 Prozent informiert (Details dazu hier).

Der aktuell überhöhte gesetzliche Umwandlungssatz hat aber für Kassen mit wenig überobligatorischem Sparanteil immer noch eine grosse Bedeutung. Sie sind auf eine Herabsetzung der gesetzlichen Vorgabe dringend angewiesen, um finanziell dauerhaft gesund zu bleiben.

 

Die PREVAS-Sammelstiftung macht’s passgenau

Die PREVAS Sammelstiftung behandelt ihre Kunden so, als ob sie eine eigene Pensionskasse hätten und führt bei der Festlegung der Verzinsung und des Umwandlungssatzes die oben skizzierten Gespräche mit jedem Anschluss individuell und in regelmässigen Abständen. So gibt es bei uns Vorsorgewerke mit ganz unterschiedlichen Umwandlungssätzen und Verzinsungen, entsprechend den Möglichkeiten des Anschlusses und den Präferenzen der paritätisch zusammengesetzten Vorsorgekommission. Unsere PK-Experten beraten die Kunden mit dem Ziel, dass die Wahl der Parameter eine langfristig gesunde Entwicklung des Anschlusses innerhalb der Sammelstiftung ermöglicht.

 

Fazit

Die Diskussionen um den BVG-Zins dürfen also getrost mit einer gewissen Distanz und Unaufgeregtheit verfolgt werden. Dieser alljährlich politisch heiss debattierte Wert hat in der Pensionskassenlandschaft nicht mehr die grosse Bedeutung, welche er in den ersten zwei Jahrzehnten nach der Einführung des BVG im Jahre 1985 hatte. Das gleiche gilt auch für den Umwandlungssatz, allerdings nur für Pensionskassen mit hohem überobligatorischen Sparanteil. Die ökonomischen und biometrischen Realitäten haben Pensionskassen und Sammelstiftungen längst zu Anpassungen jenseits der politisch festgelegten Rahmenbedingungen gezwungen. Sie sorgen damit für eine langfristig stabile Entwicklung der 2. Säule.