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Exit-Strategien bei der Pensionierung

05.02.2015 15:36

Zu den beliebtesten Einträgen in PK-Ratgebern gehörte bisher das Thema der Frühpensionierung. Nun liest man aber immer öfter auch Artikel über die Pensionierung in zeitlich entgegengesetzter Richtung. Schon lange hiess es, dass die Zunahme des Durchschnittsalters irgendwann eine Erhöhung des Rentenalters erforderlich machen würde. Nach der Abstimmung vom 9. Februar 2014 über die sogenannte Masseneinwanderung scheinen die älteren Arbeitnehmer nun endgültig als Reservoir bei Personalknappheit entdeckt worden zu sein. In einer Publikation vom Januar 2015 bezeichnete der bürgerliche Thinktank Avenir Suisse  Senioren „als Trumpf gegen den Fachkräftemangel“ und stiess damit in Medien und Politik auf ein erstaunlich positives Echo. Nur selten werden die Meinungen der rechts angesiedelten Denkfabrik so wohlwollend aufgenommen.

Altersarbeit als Statussymbol?

Da scheint sich also in der Gesellschaft etwas zu verändern. Auch in der von Bundesrat Berset vorgeschlagenen Altersvorsorge 2020 soll das Mindestrentenalter von heute 58 auf 62 Jahre erhöht werden, mit anschliessend flexiblem individuellem Renteneintritt bis Alter 70. Inklusive Möglichkeit einer Teilpensionierung. Aktuell liegt das normale Rentenalter bekanntlich bei 64 Jahren für Frauen und bei 65 Jahren bei Männern.

Durchaus denkbar, dass künftig nicht nur aus finanziellen Gründen länger gearbeitet wird. Arbeit könnte im Alter auch zum Statussymbol werden, wie Eugen Stamm in der NZZ am Sonntag vom 25. Januar 2015 schreibt. Denn Arbeit symbolisiert in unserer Gesellschaft Leistungsfähigkeit.

Bereits heute stehen Arbeitnehmern betreffend der Exit-Strategie aus dem Berufsleben viele Optionen offen. Von der vollständigen Pensionierung im Alter 58 bis zu einem schrittweisen Ausstieg mit Weiterführung der beruflichen Vorsorge bis zum Alter 70.

Ob früher…

Zu beachten ist bei einer Frühpensionierung, dass sich die kombinierte Rente aus erster und zweiter Säule massiv reduzieren kann: bei der AHV kann die Rente erst ein oder zwei Jahre früher als gesetzlich vorgeschrieben bezogen werden. Die AHV-Rente ist dann lebenslang um 6.8% pro Vorbezugsjahr gekürzt. Macht also bei einer Frau, die ab Alter 62 eine AHV-Rente bezieht minus 13.6%, lebenslang. Bei der aktuell gültigen maximalen AHV-Rente also CHF 24‘365 statt CHF 28‘200.

Die Leistungen der 2. Säule kann man sich bereits ab Alter 58 auszahlen lassen, falls vom Reglement der Pensionskasse vorgesehen. Diese sind dann aber stark reduziert, und zwar aus zwei Gründen: Erstens wird weniger lange gespart und das resultierende kleinere Alterskapital muss für eine grössere Anzahl jährlicher Rententranchen ausreichen. Es sinken also das Alterskapital und der sogenannte Renten-Umwandlungssatz. So reduziert sich bei der zweiten Säule die Rente um 5-8% pro Vorbezugsjahr. Bei einer Pensionierung im Alter 60 kann somit die lebenslange PK-Rente ohne Weiteres um einen Drittel kleiner werden.

Die Säule 3a-Konti, die zur Überbrückung herangezogen werden können, dürfen sich Männer und Frauen frühestens ab Alter 60 resp. 59 auszahlen lassen.

Eine frühzeitige individuelle Beratung, spätestens im Alter 50, ist empfehlenswert. Nur so lassen sich allfällige Lücken noch gezielt bis zur geplanten Frühpensionierung kompensieren. Zum Beispiel durch private Ersparnisse der dritten Säule oder durch steuerbegünstigte Einkäufe in die Pensionskasse.

…oder später

Der Aufschub der Pensionierung ist in der ersten, zweiten und dritten Säule gleichermassen um maximal fünf Jahre möglich (einzige Ausnahme: Frauen können bis Alter 70 in die Pensionskasse einzahlen, also ist dort ein maximaler Aufschub von sechs Jahren möglich). Beim Aufschub profitiert der Versicherte vom umgekehrten Effekt als bei der Frühpensionierung: die Renten aus AHV und Pensionskasse steigen pro Aufschubsjahr an. Der spätere Renteneintritt ist allerdings nicht bei allen Pensionskassen möglich. Das Vorsorgereglement der PK gibt darüber Auskunft.

Hier die unterschiedlich möglichen Pensionierungsalter im Schweizer Dreisäulen-System für Männer und Frauen grafisch dargestellt.

 

 

Die theoretisch mögliche Pensionierungs-Spanne beträgt also für Männer und Frauen gleichermassen beträchtliche zwölf Jahre. Die PREVAS AG unterstützt Sie gerne bei der Planung des für Sie persönlich optimalen Pensionierungszeitpunktes.