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Willkommen im Shoppingcenter PK-World!

24.11.2015 09:13

 

Über die Vielfalt der Vorsorgelösungen in Schweizer Unternehmen

Peter Hutter sitzt auf ein Feierabendbier bei seinem Nachbarn. Die beiden diskutieren über Gott, die Welt und ihre anstehende Pensionierung. Bald kommt die Rede auf die finanziellen Aspekte des beruflichen Altersrücktritts. Der Nachbar behauptet, dass seine Pensionskasse einen Umwandlungssatz von 6.6% habe, während dieser bei Peter Hutter doch bei nur 6.1% liegt. So stand es in einem Brief seiner Pensionskasse, den er vor ein paar Monaten erhalten hat. Will heissen, dass er pro 100‘000 Franken angespartes Vorsorgekapital lebenslang jährlich 6‘100 Franken Rente erhält. Bei seinem Nachbar sind es 6‘600 Franken. Hutter ist empört und fühlt sich von seiner Pensionskasse ungerecht behandelt. In der weiteren Diskussion erinnern sich die beiden auch noch, dass der gesetzliche Umwandlungssatz heute eigentlich bei 6.8% liegt. Darüber wurde doch einmal abgestimmt. Also fragen sie sich, was da mit uns Arbeitnehmern gespielt wird. Aber ruhig Blut, die Sache lässt sich erklären. Willkommen im Shoppingcenter PK-World.

 

Schöne bunte Vorsorgewelt

Im Gegensatz zur ersten Säule besteht in der zweiten Säule ein grosser Spielraum bei der Durchführung, der Finanzierung und der Ausgestaltung der Leistungen. Bei der AHV/IV sind Beiträge und Leistungen fest vorgegeben. So werden beispielsweise für jeden Schweizer 1.4% seines Arbeitseinkommens als Beitrag für die IV fällig. Und die Höhe der versicherten Invalidenrente ist dann auch eindeutig vorgegeben. Die einzelnen Betriebe haben keinerlei Gestaltungsfreiraum bei der Festlegung der Leistungen. Ganz anders bei der zweiten Säule. Hier hat jedes Unternehmen einen grossen Spielraum bei der Durchführung der Vorsorge für seine Mitarbeitenden. Die Wahl der wichtigen Parameter einer PK gleicht einem Gang durch ein grosses Shoppingcenter. Die Vielfalt der Möglichkeiten und Kombinationen ist enorm. Zu erfüllen sind lediglich die Minimalbestimmungen gemäss BVG. Bei der Gestaltung der darüber hinaus gehenden Leistungen sind die Pensionskassen frei. Zudem kann ein Unternehmen wählen, ob es eine eigene (autonome) Pensionskasse führen oder sich einer Sammelstiftung anschliessen will.

 

Ein missverstandenes Konzept

Wenn in den Medien von neuen Bestimmungen für die Pensionskassen berichtet wird, beziehen sich diese oft nur auf den obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge.

Aktuell steht gerade die Einschränkung der Kapitalbezugsmöglichkeit bei der Pensionierung zur Diskussion, wie von Bundesrat Berset vorgeschlagen (siehe NZZ vom 13.11.2015). Betroffen wären hier nur die obligatorischen Guthaben. Der überobligatorische Teil des Alterskapitals kann auch nach einer allfälligen Verschärfung vollumfänglich in Kapitalform statt in Rentenform bezogen werden. Bei vielen Versicherten ist dies der grössere Teil. Mehr zu dieser Unterscheidung finden Sie hier.

 

Umwandlungssätze weit unter 6.8%: wie geht das?

Gleiches gilt für den Umwandlungssatz von derzeit 6.8%, den Peter Hutter mit seinem Nachbarn heiss diskutiert. Dieser ist nur auf dem obligatorischen Vorsorgekapital in dieser Höhe anzuwenden. Kassen mit hohem überobligatorischem Sparanteil können weit unter diesen Prozentsatz gehen. So hat in diesem Sommer die BVK Zürich den Umwandlungssatzes von 6.2% weiter auf 4.87% gesenkt. Der durchschnittliche Satz liegt in der Schweiz gemäss einer Umfrage von Swisscanto unter 437 Pensionskassen aktuell bei 6.25% (mit einer Bandbreite von 4.5 bis 7.2%!), also einiges unter dem gesetzlichen Umwandlungssatz gemäss BVG von 6.8%. Wird eine Rente fällig, muss die Pensionskasse zwar für jeden Einzelfall prüfen, ob die Rente, welche sich aus ihrem Umwandlungssatz ergibt, mindestens die minimalen gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Dies ist bei den meisten Versicherten von Pensionskassen mit hohem überobligatorischem Sparanteil aber auch dann der Fall, wenn ein tiefer Umwandlungssatz reglementarisch festgelegt wurde. Hier erfahren Sie an einem Beispiel, weshalb da so ist.

 

Mehr Masskonfektion als Standardgrössen

Auch bei der Verzinsung des Vorsorgekapitals gilt: Der vom Bundesrat jährlich festgelegte Mindestzins gilt nur für den obligatorischen Sparanteil. Im überobligatorischen Bereich können Pensionskassen auch tiefere Verzinsungen anwenden. Umgekehrt können Pensionskassen, die sich in einer guten finanziellen Situation befinden, ihren Versicherten natürlich auch mehr Zins auf ihrem Sparkapital geben als gesetzlich vorgeschrieben. Davon wird in der Schweizer Vorsorgelandschaft rege Gebrauch gemacht. Weit gehend frei sind die Pensionskassen auch bei der Festlegung der Höhe des versicherten Lohnes (mehr dazu hier) und der versicherten Leistungen. Sie müssen lediglich die Minimalanforderungen gemäss BVG erfüllen.

Zudem können Pensionskassen für unterschiedliche Mitarbeitergruppen verschiedene Vorsorgelösungen schaffen (zum Beispiel Kaderpläne). Ein weiteres Regal im „Shoppingcenter PK-World“.

Die Schweizer PK-Landschaft ist also äusserst vielgestaltig und kaum ein Schweizer hat die gleiche Vorsorgelösung wie sein Nachbar. Dies im Gegensatz zur eingangs erwähnten ersten Säule, wo Leistungen und Beiträge fest vorgegeben sind. Den grossen Spielraum, welche die gesetzlichen Rahmenbedingungen geben, nutzen v.a. die autonomen Pensionskassen aus. Sie legen neben dem versicherten Lohn und den versicherten Leistungen auch den Umwandlungssatz und die Verzinsung selber fest, während bei den meisten Sammelstiftungen gilt: Alle angeschlossenen Firmen haben den gleichen Umwandlungssatz und die gleiche Verzinsung. Eine Ausnahme ist hier die PREVAS Sammelstiftung, welche ihren Vorsorgewerken auch in diesem Bereich grosse Freiheit gibt, natürlich unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten des einzelnen Anschlusses und bei Führung eines individuellen Deckungsgrades pro Anschluss. Also fast wie mit einer eigenen Pensionskasse.

 

Der Gang zur Kasse: Wer soll das bezahlen?

Gute Leistungen haben ihren Preis, d.h. bessere Leistungen müssen durch höhere Beiträge finanziert werden. Arbeitnehmer, die einem Ausbau der PK fordern, müssen also auch höhere Lohnabzüge in Kauf nehmen. Der Arbeitgeber muss lediglich mindestens die Hälfte der Gesamtbeiträge übernehmen. Den Rest zahlen die Versicherten. Aber auch hier, Sie ahnen es, bietet „PK World“ eine grosse Bandbreite von Lösungen: Von Unternehmen, welche genau 50% der Beiträge übernehmen bis hin zu solchen, die die ganzen Beiträge aus der eigenen Kasse bezahlen.

 

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PS: Achtung bei Stellenwechsel: 3-Säulen-Check durchführen

Spürbar ist die grosse Bandbreite der Vorsorgelösungen bei einem Wechsel des Arbeitgebers, wenn auf dem neuen Vorsorgeausweis trotz ähnlichem Lohn plötzlich eine ganz andere Alters-, Invaliden- oder Hinterlassenenrente als beim bisherigen Arbeitgeber aufgeführt wird. Es macht Sinn, bereits bei den Vorstellungsgesprächen die Frage nach der Pensionskasse zu stellen und deren Ausgestaltung in die Entscheidung für oder gegen einen potenziellen Arbeitgeber mit einfliessen zu lassen.

Nach Eintritt in die neue Firma sollte ein persönlicher Check der insgesamt versicherten Vorsorgeleistungen aus Säule 1-3 durchgeführt werden. Allfällige Lücken können mit Risikoversicherungen der dritten Säule gedeckt werden, damit Sie und Ihre Familie im Invaliditäts- oder Todesfall auch nach einem Stellenwechsel weiterhin gut abgesichert sind. Umgekehrt können Sie Geld sparen, indem Sie bei einem Wechsel in eine bessere PK bereits bestehende 3. Säule-Risikoversicherungen reduzieren.